Berufe mit S,T

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Hier finden Sie Berufe des Mittelalters und deren Bedeutung bzw. Herkunft mit dem Buchstaben “S,T”

Sattler

Auch Hammacher, Hammenmacher, Kummeder (Hersteller von Pferdegeschirr), Riemer, Senkler. Die Sattler fertigten Sättel, die Riemer stellten Gurte und Riemen für das Zaumzeug her. Beide Berufe waren häufig vereint. Sattler waren auch für die Lederausstattung der Kutschen (Wagner) zuständig. Auch haben sie Koffer hergestellt und waren seit dem 17. Jahrhundert auch als Polsterer und Tapezierer tätig. Um die Zahl der Meister zu begrenzen, durfte ein Meister erst wieder 3 Jahre nach dem Auslernen einen neuen Lehrling annehmen. Auch gingen aus dem Stand der Sattler die Beutler und Handschuhmacher hervor. Sattler und Riemer stellten ihre Erzeugnisse meist im Auftrag vor Ort her. Sie zogen mit ihrem Handwerkszeug über Land, und größere Militäraufträge wurden im Handwerk aufgeteilt. Die nötigen Häute wurden vom Metzger und Abdecker bezogen. Anfangs gerbten die Sattler selbst, kauften dann aber auch von den Gerbern lohgares Rohleder.

Sarwerke

Auch Sarworte, Sarburcher.
Sie waren Panzer- oder Harnischmacher. Es wurden aber auch sogenannte „Sarbalg“ angefertigt. Diese allerdings aus Leder.
Sawoter = Rüstungsmacher
Sarworte = Verfertiger von Rüstungen, auch Höhöer genannt.
Sawürk = Ringpanzermacher

Erfunden wurde die Kettenrüstung höchstwahrscheinlich von den Kelten spätestens im 2. Jahrhundert v. Chr., möglicherweise aber schon wenige hundert Jahre zuvor. Die Kettenrüstungen wurden meistens aus Eisenringen gefertigt, da Bronze für das Drahtziehen und Anfertigen von Ringen weniger geeignet war. Funde legen aber nahe, dass die Römer mitunter auch Bronzeringe verwendeten.

Im Gegensatz zur römischen Kettenrüstung bedeckte die Kettenrüstung des Mittelalters immer größere Teile des Körpers. Im 12. und 13. Jahrhundert wurde das Kettenhemd zu einer wichtigen Rüstungsform der Ritter. Es wurde seinerzeit infolge der Kreuzzüge vom Orient her nach Europa wieder eingeführt. Neben dem Kettenpanzer trug man Kettenhandschuhe, den Topfhelm und die Helmbrünne.

Eine komplette mittelalterliche Kettenrüstung, die einen Großteil des Körpers schützte, bestand meist aus über zehntausend Stahlringen, die ineinander vernietet wurden, um ein Aufplatzen der Ringe – etwa durch Pfeilschüsse – zu erschweren. Deshalb war es äußerst aufwändig, eine solche Rüstung herzustellen, was sich auch im Preis widerspiegelte. Eine Kettenrüstung konnte so viel kosten wie mehrere Dutzend Rinder, weshalb es sich zunächst nur wohlhabende Adlige – und manchmal auch Geistliche – leisten konnten, eine solche Rüstung zu erwerben. Die Hersteller von Kettenrüstungen wurden in Deutschland Panzermacher oder Sarwürker genannt. Die Panzermacher waren zunftgebunden. Vor allem das deutsche Reich galt als Hochburg dieses Handwerks in Europa.

Eine Kettenrüstung bot einen sehr guten Schutz vor Schnittverletzungen, aber gegen wuchtige Hiebe und kraftvolle Stiche half sie nur wenig. Deshalb wurde es im Hochmittelalter üblich, unter der Kettenrüstung eine Textilrüstung zu tragen, die man als Gambeson bezeichnete. Ohne eine solche Unterbekleidung wäre das Tragen einer Kettenrüstung relativ unangenehm gewesen. Außerdem erhöhte sich dadurch der Schutz, den eine Kettenrüstung vor Hieb- und Stichwaffen bot. Über der Kettenrüstung wurde ein Wappenrock (auch Waffenrock) getragen.

Nachteilig an einer Kettenrüstung war die Tatsache, dass ein Großteil ihres Gewichtes auf den Schultern des Trägers lastete. Diese Tatsache wurde dadurch ausgeglichen, dass man einen Gürtel um die Hüfte schlang, sodass einiges Gewicht auf den Beckenbereich abgeleitet wurde. Ausserdem bot sie auch in Verbindung mit einem Gambeson nur wenig Schutz gegen Lanzenstiche, Streitaxthiebe, Armbrustbolzen und Pfeile, die mit einem Langbogen abgefeuert wurden. Deshalb ging man ab der Mitte 13. Jahrhunderts dazu über, die Kettenrüstung nach und nach durch Metallplatten zu verstärken oder zu ersetzen. Diese Entwicklung war um das Jahr 1400 abgeschlossen und resultierte im Plattenpanzer (allerdings bietet auch ein Plattenpanzer keinen kompletten Schutz vor Armbrustbolzen oder Langbogen-Pfeilen).

Quelle für den Nachweis des Sarwerke: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

Scharfrichter

Auch Freimann, Henker, Kasperer, Nachrichter, Schinder.

Wurde eine angeklagte Person für schuldig befunden, und der Richter hatte das Strafmass verkündet, begann der Büttel seine Arbeit, welche eher häufiger denn seltener durch Scharfrichter beendet wurde.
Wenn aber eine Leibesstrafe ausgesprochen wurde, begann der Nachrichter sein Werk. Er hatte die Aufgabe, Betrüger an den Pranger zu schließen, Dieben und Meineidigen eine Hand abzuhacken, Gotteslästerern die Zunge abzuschneiden, die Prügelstrafe zu vollziehen, Verbrecher auf’s Rad zu flechten, zu vierteilen, der Hexerei überführte Personen zu ertränken oder auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.

Der Schinder zog Delinquenten bei lebendigem Leib die Haut ab.

Der Scharfrichter führte Enthauptungen durch, und der Henker nahm Hinrichtungen mit dem Strang vor. Alle diese Strafen wurden zum Zwecke der Abschreckung öffentlich vollzogen.

Das grausame Handwerk des Nachrichters begann schon lange vor einer Verurteilung. Beim so genannten peinlichen Verhör eines Angeklagten wurden durch unterschiedliche Torturen mit entsprechenden Folterwerkzeugen Geständnisse erpresst. Dabei wurde nur darauf geachtet, dass der Angeklagte keine tödlichen Verletzungen erlitt. Auch wurden die Delinquenten nach der Tortur gepflegt, damit sie wieder zu Kräften kamen – um sie dann der nächsten Folterung auszusetzen. All dies erforderte neben anatomischen auch medizinische Kenntnisse.

Nachrichter haben als Mitglieder der unehrlichen Berufsstände meist nur unter ihresgleichen geheiratet und waren daher alle irgendwie miteinander verwandt. Obwohl sie in der Gemeinschaft gemieden wurden, suchte die Bevölkerung bei ihnen häufig medizinischen Rat (Kasperer). Sie stellten Wundsalben her und halfen oft bei Knochenbrüchen. Oft war ihr Amt mit dem des Wasenmeisters verbunden. Der Nachrichter wurde vom Landesherren ernannt, bezog aber kein festes Gehalt. Er rechnete mit den Städten und Gemeinden nach Taxordnung ab, wobei jede Strafe oder Tortur entsprechend entlohnt wurde. Im Gegensatz dazu erhielt der Freimann beim Militär einen festen Sold.

Dieser Beruf erforderte eine angemessene Lehr- und Gesellenzeit. Das Meisterstück bestand in einer kunstgerechten Enthauptung oder Hinrichtung am Galgen. Im Falle des Misslingens hatte der Vollstrecker nicht nur mit dem Zorn der schaulustigen Menge, sondern auch mit empfindlichen Strafen durch die Behörden zu rechnen.

 

Schauspieler

Auch Gaukler, Kloterer, Komödiant, Schausteller.

Gaukler, Taschenspieler und Zauberkünstler setzten schon im Mittelalter ihr Publikum in Erstaunen. Dieses fahrende Volk gehörte zwar zu den weniger angesehenen Berufsgruppen, bot aber in Städten und Dörfern eine willkomene Abwechslung und Unterhaltung.

Seit dem 15. Jahrhundert wurden Fastnachtsspiele aufgeführt. Im 17. Jahrhundert zogen italienische und englische Wandertruppen durch deutsche Lande. Die erste Gruppe eines deutschen Berufstheaters begann ihren Wanderweg 1650 in Lüneburg. Von dieser Truppe lassen sich alle anderen ableiten. Nur wenige wurden durch einen Fürsten an sein Hoftheater, und damit in ein festes Ensemble, berufen.

Im 19. Jahrhundert ging die Zeit dieser Wandergruppen zu Ende, als die ersten Stadttheater gegründet wurden. Noch immer gehören die meisten Schaupieler zum fahrenden Volk, das im Bemühen um ein Engagement häufig von Theater zu Theater wechseln muss.

Schlosser

Auch Kleinschmied.

Die Arbeit der Schlosser war ursprünglich bei den Schmieden als Metallverarbeiter angesiedelt. Seit dem 14 Jahrhundert bildeten sie eigene Zünfte. Aus den überlieferten Handwerksordnungen sind strenge Aufnahmebedingungen bekannt: Abstammung von redlichen Eltern, ledig und unbescholten. Die Lehre dauerte 2 bis 6 Jahre, und es war eine ebenso lange Wanderzeit vor der Bewerbung um das Meisterrecht gefordert. Als Meisterstück wurde die Anfertigung eines oder mehrerer Schlösser gefordert. Die Arbeitszeit betrug bis zu 18 Stunden täglich. Lehrlinge und Gesellen lebten im Hause des Meisters.

Als Produkte der sogenannten Kleinschmiede finden sich: Tür-, Vorhänge-, Truhen- und Kassettenschlösser, Schlüssel, Beschläge und Türbänder, Türgiffe und Türklopfer. Rotglühende Werkstücke wurden mit dem Hammer auf dem Amboß geschmiedet. Bleche wurden mit dem Hammer oder im Gesenk getrieben. Beim Punzieren und Ziselieren wurden Muster mit einem stempelförmigen Meissel eingeschlagen. Die einzelnen Werkstücke wurden durch Nieten oder Löten miteinander verbunden.

Esse, Amboss und Schraubstock gehörten zur Ausrüstung einer Schlosserwerkstatt. Hammer, Meissel, Zange, Feile, Bohrer und Stempel waren unabdingbare Werkzeuge. Als Messinstrumente dienten Zirkel, Winkel, Schablonen und Zollstock.

Im 19. Jahrhundert verdrängten maschinell hergestellte Produkte die Handwerksarbeit. Nun zogen sich die Schlosser in die Bau- und Kunstschlosserei zurück.

Schleifer und Schwertfeger 

In alter Zeit schliffen die Schmiede die Klingen ihrer Schwerter selbst. Seit dem 12. Jahrhundert finden wir das Handwerk der Schwertfeger. Die Schleifer sassen oder standen am rundumlaufenden Schleifstein. Kleinere wurden mit einem Fussbrett, grössere durch Kurbeln angetrieben. Seit dem 14. Jahrhundert wurden Schleifsteine bis 2 Meter Durchmesser durch Wasserkraft angetrieben.

Messerklingen wurden trocken geschliffen (Rauchschleifen). Beim Schleifen von Schwertklingen gab ein über dem Schleifstein angebrachter Behälter tropfenweise Wasser ab (Nassschleifen).

Es war die Arbeit der Schwertfeger, die Oberfläche der bereits geschliffenen Klingen zu glätten. Dazu wurden die Klingen mit Steinen und einem Brei aus Öl und Schmirgel bestrichen und auf rotierenden Holzscheiben blank poliert. Dann wurden auf die Griffe montiert.

Zu den Erzeugnissen der Schleifergehörten Messer und Scheren für Bader und Barbiere, Sattler, Schneider und Schuster, Richtschwerter für Scharfrichter, Hirschfänger, Stosslanzen und Waidblätter für Jäger, Degen, Dolche, Säbel und Reitschwerter für Soldaten und einzelne Prunkwaffen für reiche Adelige und Fürsten.

 

Scherenschleifer zogen ihren Handkarren mit dem Tretschleifstein in regelmässigen Abständen über Land, um Messer und Scheren ihrer Kunden zu schleifen. Das ist vielfach in ländlichen Gegenden auch heute noch üblich. Nur sind mittlerweile Kleintransporter und motorgetriebene Schleifsteine im Gebrauch.

Scherenschleifer zogen ihren Handkarren mit dem Tretschleifstein in regelmässigen Abständen über Land, um Messer und Scheren ihrer Kunden zu schleifen. Das ist vielfach in ländlichen Gegenden auch heute noch üblich. Nur sind mittlerweile Kleintransporter und motorgetriebene Schleifsteine im Gebrauch.

Schmied

Auf dem Lande blieben die Schmiede Universalhandwerker, die wie die Hirten auch als Heilkundige und Tierärzte tätig waren. Hufbeschlag und Herstellung landwirtschaftlicher Geräte reichten nicht aus, die Familie zu ernähren, und so wurden auch alle möglichen Eisenwaren verkauft.
Schmiede wurden im wesentlichen in 5 Gruppen unterschieden: Hufschmied, Kupferschmied, Nagelschmied, Waffenschmied und Zeugschmied.



Schneider

Auch Kolzenmacher (Hosenschneider), Schrader.

Ursprünglich wurden sämtliche Kleidungsstücke der Familie durch die Hausfrau gefertigt, die ihre heranwachsenden Töchter im Nähen und Zuschneiden unterwies. Auch Mönche stellten ihre einfachen Kutten selbst her. Im 12. Jahrhundert kamen vielfältigere Formen der Kleidung auf, und es entstand der Beruf des Schneiders. Je nach Mode und individueller Grösse wurde das vom Kunden in Auftrag gegebene Kleidungsstück zugeschnitten und aus dieser Tätigkeit die Berufsbezeichnung abgeleitet.

Der Beruf wurde vorwiegend von Männern ausgeübt. Frauen und Töchter von Schneidermeistern haben oft als Näherin, Flickerin und Büglerin mitgewirkt. Das Zuschneiden der Stoffe war ihnen untersagt, ebenso den Lehrlingen und Gesellen. Weißnäherinnen als Hersteller von Bett- und Tischwäsche wurden nicht dem Schneiderhandwerk zugerechnet.

Ein Meister durfte maximal 4 Lehrlinge und Gesellen beschäftigen. Die Gesellen unternahmen keine weiten Wanderungen und suchten sich einen Meister in der näheren Umgebung, wo sie gegen Kost und Logie beschäftigt wurden. Lehr- und Gesellenzeit dauerten insgesamt 4 bis 6 Jahre, und dann konnte das Meisterstück abgelegt werden.

Der Schneider benötigte wenig Werkzeug, um seinen Beruf auszuüben. Die Zuschneideschere finden wir seit dem 14. Jahrhundert als Scharnierschere im Wappen als Symbol des Handwerks. Nadeln verschiedener Größe bezog er vom Nadler, Fingerhüte vom Gürtler, und Bügeleisen vom Zeugschmied. Um den Mittelfinger der Hand zu schützen, wenn die Nadel durch den kräftigen Stoff gestoßen wurde, fand ein aufgesteckter Fingerring Verwendung. Das Gewicht der verwendeten Bügeleisen betrug 10 bis 15 Kilogramm. Es gab Volleisen, die man im Bügelofen erhitzte, und Hohleisen, die mit glühenden Bolzen oder Jolzkohle gefüllt wurden. Mit Schnüren oder Papierstreifen wurden die Kundenmaße abgenommen, und danach der Stoff auf dem Schneidertisch zugeschnitten. Nun hockte sich der Schneider im typischen Schneidersitz auf den Tisch, um die Einzelteile mit Leinen- und Wollfäden, später auch mit Zwirn aus Baumwolle oder Seide, zu vernähen.

Den Schneidern waren der Handel mit Rohstoffen und eine Vorratsproduktion untersagt. So mussten die Stoffe vom Kunden zur Verfügung gestellt oder vom Tuchscherer bezogen werden.

Von wenigen Meistern mit guter Kundschaft abgesehen, war das arme Schneiderlein oft zutreffend. Auf den Land wurden einfache Arbeitshosen auch von Bauern im Nebenerwerb und Kolzenmachern hergestellt. Duch das Verlagssystem mit Konfektionsware gerieten die Schneider in die Abhängigkeit kapitalkräftiger Händler und Fabrikanten. 1860 wurde die Nähmaschine erfunden, und gedruckte Schnittmuster machen es möglich, dass die Schneiderei als Hobby ausgeführt werden kann. Maschinen für den Zuschnitt und das Nähen der Knopflöcher führten zu einer weitgehenden Verdrängung des Handwerkes. So finden wir heute nur noch wenige kleine Betriebe, die teure Maßbekleidung anfertigen oder einfache Änderungen und Reparaturen ausführen.

 

Schultheiss

Auch Schulte, Schulze, Scultetus

Der Schultheiss war ursprünglich verpflichtet, die Gemeinde zur Leistung ihrer Schuld gegenüber dem Landesherren anzuhalten. Er übte das Amt des Richters aus, wobei ihm Geschworene zur Seite standen. Innerhalb der hohen Gerichtsbarkeit hatte er über Leben und Tod eines Angeklagten zu entscheiden.

Später war der Stadtschultheiss oder Dorfschulze nur noch mit der niederen Gerichtsbarkeit betraut. Hierbei waren die Nutzung von Feld und Wald sowie des Zusammenlebens zu verhandeln. In der Stadt wurde der Vorsteher von den Einwohnern gewählt, musste aber von der Obrigkeit bestätigt werden. Auf dem Land konnte das Amt innerhalb der Familie vererbt werden, und war oft mit dem Besitz eines Schultengutes oder Schulzenlehens verbunden. Heute entspricht die Funktion des Bürgermeisters dem alten Amt des Schultheiss.

Im späten Mittelalter war der Amtmann mit der Verwaltung eines grösseren Amtes (Bezirk) beauftragt und hatte die Gerichtsbarkeit wahrzunehmen. Auch der Vogt als Beamter und Hochrichter adeliger oder geistlicher Herrschaften hatte ähnliche hoheitliche Aufgaben für ein bestimmtes Territorium.

Schuster

Auch Sauter, Schuhmacher.

Für Flickschuster auch Altbuzer, Altmacher, Altreißer, Altreuser, Bletzer, Reseler, Schuhplätzer.

Bis ins 18. Jahrhundert gehörte die Herstellung von lohgarem Leder zur Arbeit des Schuhmachers. Zunftbriefe sind von 1128 aus Würzburg und 1158 aus Magdeburg bekannt.

Seit dem 16. Jahrhundert war nach 2 bis 3 Lehrjahren eine dreijährige Gesellenzeit mit Wanderschaft vorgeschrieben. Danach folgte eine Ersitzzeit bei 1 oder 2 Meistern, bis die Meisterprüfung abgelegt werden durfte. In manchen Städten musste Hausbesitz nachgewiesen werden. In Breslau hatte jeder Meister Eigentum an der Schumacherbänke. Schmale Grundstücke verfügten über ein Haus mit einer Werkstatt im Erdgeschoss und kleinen Lagerräumen im Keller. Lehrlinge und Gesellen wohnten im Haus des Meisters.

Die Schuhherstellung erfolgte bis zum 18. Jahrhundert nahezu unverändert. Über einem Leisten (Modell für Schuhe oder Stiefel) wurde das zugeschnittene Leder mit dem Schusterhammer geschlagen. Zuvor wurde die Größe des Fusses abgenommen. So wie beim Sattler wurde das Leder in einen Nähkloben eingespannt, und nach dem Zusammennähen von Vorder- und Hinterteil wurde das Futter eingezogen und die Brandsohle angeheftet. Zum Schluss war noch der Absatz an der Sohle zu befestigen.

Um 1850 wurde die Nähmaschine eingeführt, etwa 1870 begann die Fabrikproduktion von Schuhen. Der Schuhmacher wurde zum Flickschuster, da immer mehr Käufer in Schuhgeschäfte abwanderten. Nur die orthopädische Schuhmacherei blieb nach 1930 als spezieller Berufszweig erhalten.

Seidensticker

Schon 4000 vor Christus war den Chinesen Seide bekannt. Im 8. Jahrhundert gelangte Seide durch die Araber nach Spanien und weiter nach Italien. Bereits im 10. Jahrhundert wurde Seide in Mainz, und bald darauf in Augsburg, verwebt.

Nur Angehörige von Adel und Klerus waren in der Lage, die teuren Seidenstoffe zu erwerben. Oft wurde der Stoff mit Goldfäden und Perlen bestickt oder mit Juwelen besetzt. Diese hoch spezialisierten Handwerker waren nur in grossen Städten zu finden. Frauen halfen ihren Männern bei der Arbeit oder übten das Handwerk selbständig aus. Stoffe, Gewänder und Besatz wurden auf Grund der hohen Kosten von den Auftraggebern bereitgestellt.

 

Seifensieder

Das Handwerk bildete sich im Spätmittelalter heraus und wurde ursprünglich als häusliche Tätigkeit ausgeübt. Wie die Häuser der Kerzenmacher lagen die Betriebe meist am Stadtrand. Seifensieder und Lichterzieher verschmolzen zu einem Berufsstand.
Seife als Luxusartikel wurde aus dem Mittelmeerraum importiert. Die heimischen 
Seifensieder stellten einfache Gebrauchsartikel her: Flüssige Schmierseife und feste Kernseife. Hierzu wurde Rindertalg mit Pottasche versetzt und mit Natronsalz gehärtet. Im häuslichen Bereich wurde Seife zur Körperreinigung und als Waschmittel benutzt, im Gewerbe fand sie als Walkmittel oder beim Bleichen Verwendung.

Es war mehr Talg vorhanden, als Seife verkauft werden konnte. So zogen die Seifensieder aus ihren Schmelzkesseln auch Talglichter und traten damit in Konkurrenz zu den Metzgern. Mit der Einführung von Gas und Elektrizität fand das Handwerk der Seifensieder und Lichterzieher sein Ende.

Seiler

Auch Gordeler, Kabldreher, Kurdelmacher, Reeper, Reepschläger, Reifer.

Reepschläger sind seit 1261 in Bremen, 1265 Hamburg und 1282 Stralsund belegt. Sie haben in Küstennähe schwere Seile für die Schiffahrt angefertigt, ähnlich der Tätigkeit des Kabeldrehers. Die Wanderpflicht für die Gesellen wurde im 18. Jahrhundert abgeschafft, beispielsweise 1738 in Bremen.

Seiler werden 1150 in Köln erwähnt, Zünfte entstanden 1426 in München und 1514 in Leipzig. Ihre Produkte finden sich als dünnes Seilwerk in der Fischerei, im Bauhandwerk und in der Landwirtschaft. Bis zum Spätmittelalter finden wir auch Bauern, die im Nebenerwerb das Handwerk des Seilers betrieben. Seile wurden aus Flachs oder Hanf gefertigt. Das Rohmaterial wurde auf dem Schwingbock behandelt, und anschließend erst durch grobe, dann immer feinere Hecheln gezogen. Dabei entstanden langfaseriger Kernhanf und mittellanger Hanf, der auf dem Seilerrad versponnen wurde. Das erfolgte beim Rückwärtsgehen des Seilers aus der Werkstatt, wobei die Reeperbahnen bis zu 300 Meter lang waren. Seilerbahnen fielen mit etwa 50 Meter Länge deutlich kürzer aus. Eine Schnur besteht aus mindestens 2 Fäden, ein Seil aus mindestens 2 Schnüren, ein Tau aus 4 Schnüren mit je 16 bis 50 Fäden. Kurze Seile bis 2 Meter Länge wurden als Stricke bezeichnet.

Nach 1860 wurde das Seilerrad durch die Spinnmaschine abgelöst. Produkte aus Hanf wurden durch Ketten und Drahtseile ersetzt, und den Seilern blieb nur noch die Herstellung kurzer Längen, da deren maschinelle Herstellung unrentabel war.

Als Download eine sehr gute Abhandlung über den Seiler von Wolfgang WeberLenzburg/Schweiz. Vielen Dank für die Genehmigung und Unterstützung.

 

Siebmacher

Auch
 Sieber.

Auf dem Lande wurden Siebe von Bauern im Nebenerwerb hergestellt. Kupferschmiede fertigten ihre Siebe völlig aus Metall. Siebmacher fertigten ihre Rahmen meist aus dünnem Holz. Das eigentliche Sieb wurde aus Holzspänen, oder wie beim Korbflechter aus dünnen Weidenruten hergestellt.

Steinmetz

Vor allem Kirchen und Klöster wurden aus Stein erbaut, und im 14. Jahrhundert erreichte das Steinmetzhandwerk seinen Höhepunkt. Die Wölbetechnik erforderte eine fachgerechte Bearbeitung und das spezielle Wissen des Baumeisters.

Ein Kirchenbau dauerte viele Jahre oder Jahrzehnte. Planung, Organisation und Abrechnung, die Anstellung von Arbeitskräften und auch die Beschaffung des Baumaterials lag in den Händen Bauhütten.

Seit dem 14. Jahrhundert bestanden Zünfte, in denen auch die Maurer organisiert waren.

Erste Steinmetzbruderschaften sind 1459 in Regensburg und 1462 in Torgau bekannt. In der Bauhütte genügte die Fürprache von 2 Meistern, um nach 5 Lehrjahren oder langjähriger Erfahrung Meister zu werden. In den Zünften musste nach 3 Lehrjahren eine Meisterprüfung abgelegt werden. Auch musste der Geselle seine Kenntnisse durch die Vorlage von Zeichnungen und Modellen nachweisen. Vorrangig wurde Sandstein bearbeitet, der mittels Schiff und Karren zur Baustelle gebracht wurde. Die Werkstücke wurden mit Messlatte, Reissnagel, Steckzirkel und Winkel vermessen. Für die mehrfache Herstellung gleicher Teile fanden hölzerne Schablonen Verwendung. Seit dem 3. Jahrhundert vor Christus wurden die Steinblöcke mit dem Flaschenzug gehoben. Später kamen einfache Kräne in Gebrauch, die durch Seilwinden und Treträder angetrieben wurden.

Taxeneinnehmer

Auch Steuereinnehmer.

Im alten Ägypten, in Griechenland und Rom bestand im Altertum ein Steuersystem. Staatliche Bedürfnisse wurden aus Erträgen verlehnter Ländereien und Dienstleistungen der Vasallen bestritten. Im Deutschen Reich wurden Steuern nur zu aussergewöhnlichen Anlässen erhoben: Zum Beispiel während der Türkenkriege 1663 bis 1699 die Türkensteuer. Anfangs war nur die Grund- und Kopfsteuer üblich, im 14. Jahrhundert wurden Verbrauchs- und Umsatzsteuer eingeführt.

Die Abgaben in Form von Naturalien wurden von Kellnern (auch Amtsschösser oder Schaffner) erhoben. Die Verwaltung lag in den Händen des Schlüter (Rentmeister). In den Städten hat der Stadtrechner (Kämmerer) Steuern erhoben. Eingeführte Waren wurden zum Schutz der Kaufleute bei den Zöllnern am Stadttor versteuert. (Zöllner auch Aufschläger, Mautner, Mitter, Mötter genannt).

Als direkte Steuer war die Schatzung die wichtigste Einnahme. Nach ihr wurden die Vermögensverhältnisse der Zensiten (Steuerpflichtiger) festgelegt. Seit dem 18. Jahrhundert war der Haushaltsvorstand zur Zahlung verpflichtet. Abgaben zur Landesverteidigung, die so genannte Bede wurde dagegen bittweise erhoben. Der Zehnte war als Besitzwechselsteuer im Falle des Wegzuges aus der Herrschaft zu entrichten und betrug 10 % vom gesamten Vermögen. Die Stadt erhielt davon ein Drittel. Das Manumissionsgeld musste für die Entlassung aus der Leibeigenschaft gezahlt werden. Gewöhnlich erhielt die Stadtkasse 20 % des Betrages.

Das Marktstandgeld wurde zwischen Kommune und Landesherren geteilt. Der Marktbetrieb, besonders die Einhaltung von Mass und Gewicht, wurde durch den Eichmeister streng überwacht. Die Kassen der Herrscher und Städte wurden durch viele Abgaben gefüllt: Der Bürger hatte für die Benutzung der Backhäuser und Mühlen zu bezahlen, auch musste die städtische Waage benutzt und Wiegegeld entrichtet werden. Dazu kamen das Beerdigungsleutegeld, der Konsum von Wein wurde mit dem Ohmgeld belegt, sowie Gebühren für die Benutzung der Wege und Plätze. Auch wurden Steuern auf Fleisch, Korn, Öfen und Salz erhoben.

Der Bauer hatte zusätzlich Fronarbeiten zu leisten. Naturalabgaben waren dem Kellner in der Zehntscheune zu bringen, die Übergabe von Geld erfolgte an den Rentmeister.

Töpfer

Auch Auler, Aulenbäcker, Eulner, Gröpeler, Hafner, Kachler, Lehmer, Leimenmacher, Ofner, Ohlenmacher, Pötter, Potter, Pütjer, Ulenbecker, Ullner.

Ausgangsstoff des Töpfers ist Ton, der sich formen und trocknen lässt, und durch das Brennen im Feuer zu Keramik wird. Bereits 8000 Jahre vor Christus wurden Tonklumpen ausgehöhlt und in einer offenen Grube zu Gefäßen gebrannt. Etwa 3000 Jahre v. Chr. wurde im alten Ägypten die Töpferscheibe entwickelt. Nun konnte in einem Arbeitsgang aus dem Lehmklumpen ein Gefäß gezogen werden. Später brachte die Scheibe mit Fussantrieb einen großen Fortschritt.

Die Arbeit des Töpfers hat sich im Laufe der Jahrtausende nicht geändert. Zunächst muß der Ton von Steinen befreit werden. Dann erfolgt der Zusatz von Glimmer, Kalk und Quarz. Nach dem Einweichen formt der Töpfer aus dem Batzen kleine Würfe (Stücke) in der für das Werkstück benötigten Grösse. Diese werden mit feuchten Händen auf der Scheibe zentriert, und mit dem Daumen ein Loch in die Mitte gedrückt, welches mit der gesamten Hand ausgeweitet und der Tonkörper hochgezogen wird. Der Scherben (Werkstück) wird mit einer Holzschiene und einem nassen Filzlappen geglättet. Wenn nötig, werden die Wandungen mit einer Klinge verjüngt. Abhängigig von der Fähigkeit zur Wasseraufnahme wird zwischen porösem Steingut und Steinzeug unterschieden, das gesintert in der Lage ist, Wasser zu halten. Steingut wird bei 900 bis 1000 Grad Celsius, Steinzeug bei über 1200 Grad Celsius gebrannt. Dem ersten Brand folgt das Glasieren.

Zu den Produkten des Töpfers gehörten Kannen, Krüge, Teller, Töpfe und Schüsseln, auch Kacheln und Öfen. Das Handwerk ging seit 1850 stark zurück, als die Verbilligung der Herstellung durch Manufakturen und Importe einsetzten.



Tuchscherer

Auch Schorren, Truckenscherer, Tuchbereiter, Tucher, Wandbereder .

Bereits im 13. Jahrhundert bestand das Handwerk der Tuchscherer in Städten wie Köln, Regensburg und Strassburg. Tuchscherer haben häufig mit den Schneidern eine Zunft gebildet, da sie oft für diese tätig waren. Auch war der Tuchscherenschleifer eng mit den Tuchern verbunden, obwohl er sein Handwerk im Wandern ausübte.

Die Lehrzeit betrug bis zum 14. Jahrhundert ein Jahr, wurde im 15. Jahrhundert auf 2 Jahre verdoppelt, und dauerte im 18. Jarhundert 4 Jahre. In Hamburg betrug das Mindestalter 1547 wegen der schweren Arbeit 18 Jahre. Nach der Lehre wurde eine Wanderschaft von 2 Jahren mit anschliessender Gesellenprobe verlangt. Das Meisterrecht war mit dem Erwerb des Steinrechts verbunden, es musste ein Beitrag für den gemeinsamen Schleifstein geleistet werden.

Der Tuschscherer bezog sein Ausgangsmaterial vom Weber. Tuche wurden dann feucht in einen Rahmen gespannt. Nach dem Trocknen wurde mit dem Distelkarden aufgerauht (im 18. Jahrhundert kamen hierfür Rauhmaschinen in Gebrauch), und dann mit einer Spezialschere geschoren. Dies musste je nach Güte mehrfach wiederholt werden. Danach erfolgte das Bürsten (seit dem 18. Jahrhundert durch Frisiermühlen), und im 19. Jahrhundert ersetzte die Schermaschine die Tuchschere.

Wegen der schweren Arbeit und nötigen Konzentration wurde den Tuchscherern zum Beispiel in Aachen de clocke gewährt (7 Minuten Pause stündlich).

Seit dem 16. Jahrhundert bezogen die Tuchbereiter neben dem Scheren nun auch das Pressen und Färben in die Fertigung ein, was den Tuchscherern versagt blieb. Das führte dazu, das Tuchscherer grobe Ware für Gewänder lieferten, und Tuchbereiter feine und bessere Tuche an Kaufleute abgeben durften.Durch die Industrie verlor das Handwerk im 19. Jahrhundert an Bedeutung. Die Leipziger Innung wurde im Zentrum der mitteleuropäischen Tuchschererei schon 1875 aufgelöst …

Taxeneinnehmer

Auch Steuereinnehmer.

Im alten Ägypten, in Griechenland und Rom bestand im Altertum ein Steuersystem. Staatliche Bedürfnisse wurden aus Erträgen verlehnter Ländereien und Dienstleistungen der Vasallen bestritten. Im Deutschen Reich wurden Steuern nur zu aussergewöhnlichen Anlässen erhoben: Zum Beispiel während der Türkenkriege 1663 bis 1699 die Türkensteuer. Anfangs war nur die Grund- und Kopfsteuer üblich, im 14. Jahrhundert wurden Verbrauchs- und Umsatzsteuer eingeführt.

Die Abgaben in Form von Naturalien wurden von Kellnern (auch Amtsschösser oder Schaffner) erhoben. Die Verwaltung lag in den Händen des Schlüter (Rentmeister). In den Städten hat der Stadtrechner (Kämmerer) Steuern erhoben. Eingeführte Waren wurden zum Schutz der Kaufleute bei den Zöllnern am Stadttor versteuert. (Zöllner auch Aufschläger, Mautner, Mitter, Mötter genannt).

Als direkte Steuer war die Schatzung die wichtigste Einnahme. Nach ihr wurden die Vermögensverhältnisse der Zensiten (Steuerpflichtiger) festgelegt. Seit dem 18. Jahrhundert war der Haushaltsvorstand zur Zahlung verpflichtet. Abgaben zur Landesverteidigung, die so genannte Bede wurde dagegen bittweise erhoben. Der Zehnte war als Besitzwechselsteuer im Falle des Wegzuges aus der Herrschaft zu entrichten und betrug 10 % vom gesamten Vermögen. Die Stadt erhielt davon ein Drittel. Das Manumissionsgeld musste für die Entlassung aus der Leibeigenschaft gezahlt werden. Gewöhnlich erhielt die Stadtkasse 20 % des Betrages.

Das Marktstandgeld wurde zwischen Kommune und Landesherren geteilt. Der Marktbetrieb, besonders die Einhaltung von Mass und Gewicht, wurde durch den Eichmeister streng überwacht. Die Kassen der Herrscher und Städte wurden durch viele Abgaben gefüllt: Der Bürger hatte für die Benutzung der Backhäuser und Mühlen zu bezahlen, auch musste die städtische Waage benutzt und Wiegegeld entrichtet werden. Dazu kamen das Beerdigungsleutegeld, der Konsum von Wein wurde mit dem Ohmgeld belegt, sowie Gebühren für die Benutzung der Wege und Plätze. Auch wurden Steuern auf Fleisch, Korn, Öfen und Salz erhoben.

Der Bauer hatte zusätzlich Fronarbeiten zu leisten. Naturalabgaben waren dem Kellner in der Zehntscheune zu bringen, die Übergabe von Geld erfolgte an den Rentmeister.

Töpfer

Auch Auler, Aulenbäcker, Eulner, Gröpeler, Hafner, Kachler, Lehmer, Leimenmacher, Ofner, Ohlenmacher, Pötter, Potter, Pütjer, Ulenbecker, Ullner.

Ausgangsstoff des Töpfers ist Ton, der sich formen und trocknen lässt, und durch das Brennen im Feuer zu Keramik wird. Bereits 8000 Jahre vor Christus wurden Tonklumpen ausgehöhlt und in einer offenen Grube zu Gefäßen gebrannt. Etwa 3000 Jahre v. Chr. wurde im alten Ägypten die Töpferscheibe entwickelt. Nun konnte in einem Arbeitsgang aus dem Lehmklumpen ein Gefäß gezogen werden. Später brachte die Scheibe mit Fussantrieb einen großen Fortschritt.

Die Arbeit des Töpfers hat sich im Laufe der Jahrtausende nicht geändert. Zunächst muß der Ton von Steinen befreit werden. Dann erfolgt der Zusatz von Glimmer, Kalk und Quarz. Nach dem Einweichen formt der Töpfer aus dem Batzen kleine Würfe (Stücke) in der für das Werkstück benötigten Grösse. Diese werden mit feuchten Händen auf der Scheibe zentriert, und mit dem Daumen ein Loch in die Mitte gedrückt, welches mit der gesamten Hand ausgeweitet und der Tonkörper hochgezogen wird. Der Scherben (Werkstück) wird mit einer Holzschiene und einem nassen Filzlappen geglättet. Wenn nötig, werden die Wandungen mit einer Klinge verjüngt. Abhängigig von der Fähigkeit zur Wasseraufnahme wird zwischen porösem Steingut und Steinzeug unterschieden, das gesintert in der Lage ist, Wasser zu halten. Steingut wird bei 900 bis 1000 Grad Celsius, Steinzeug bei über 1200 Grad Celsius gebrannt. Dem ersten Brand folgt das Glasieren.

Zu den Produkten des Töpfers gehörten Kannen, Krüge, Teller, Töpfe und Schüsseln, auch Kacheln und Öfen. Das Handwerk ging seit 1850 stark zurück, als die Verbilligung der Herstellung durch Manufakturen und Importe einsetzten.



Tuchscherer

Auch Schorren, Truckenscherer, Tuchbereiter, Tucher, Wandbereder .

Bereits im 13. Jahrhundert bestand das Handwerk der Tuchscherer in Städten wie Köln, Regensburg und Strassburg. Tuchscherer haben häufig mit den Schneidern eine Zunft gebildet, da sie oft für diese tätig waren. Auch war der Tuchscherenschleifer eng mit den Tuchern verbunden, obwohl er sein Handwerk im Wandern ausübte.

Die Lehrzeit betrug bis zum 14. Jahrhundert ein Jahr, wurde im 15. Jahrhundert auf 2 Jahre verdoppelt, und dauerte im 18. Jarhundert 4 Jahre. In Hamburg betrug das Mindestalter 1547 wegen der schweren Arbeit 18 Jahre. Nach der Lehre wurde eine Wanderschaft von 2 Jahren mit anschliessender Gesellenprobe verlangt. Das Meisterrecht war mit dem Erwerb des Steinrechts verbunden, es musste ein Beitrag für den gemeinsamen Schleifstein geleistet werden.

Der Tuschscherer bezog sein Ausgangsmaterial vom Weber. Tuche wurden dann feucht in einen Rahmen gespannt. Nach dem Trocknen wurde mit dem Distelkarden aufgerauht (im 18. Jahrhundert kamen hierfür Rauhmaschinen in Gebrauch), und dann mit einer Spezialschere geschoren. Dies musste je nach Güte mehrfach wiederholt werden. Danach erfolgte das Bürsten (seit dem 18. Jahrhundert durch Frisiermühlen), und im 19. Jahrhundert ersetzte die Schermaschine die Tuchschere.

Wegen der schweren Arbeit und nötigen Konzentration wurde den Tuchscherern zum Beispiel in Aachen de clocke gewährt (7 Minuten Pause stündlich).

Seit dem 16. Jahrhundert bezogen die Tuchbereiter neben dem Scheren nun auch das Pressen und Färben in die Fertigung ein, was den Tuchscherern versagt blieb. Das führte dazu, das Tuchscherer grobe Ware für Gewänder lieferten, und Tuchbereiter feine und bessere Tuche an Kaufleute abgeben durften.Durch die Industrie verlor das Handwerk im 19. Jahrhundert an Bedeutung. Die Leipziger Innung wurde im Zentrum der mitteleuropäischen Tuchschererei schon 1875 aufgelöst …

Taxeneinnehmer

Auch Steuereinnehmer.

Im alten Ägypten, in Griechenland und Rom bestand im Altertum ein Steuersystem. Staatliche Bedürfnisse wurden aus Erträgen verlehnter Ländereien und Dienstleistungen der Vasallen bestritten. Im Deutschen Reich wurden Steuern nur zu aussergewöhnlichen Anlässen erhoben: Zum Beispiel während der Türkenkriege 1663 bis 1699 die Türkensteuer. Anfangs war nur die Grund- und Kopfsteuer üblich, im 14. Jahrhundert wurden Verbrauchs- und Umsatzsteuer eingeführt.

Die Abgaben in Form von Naturalien wurden von Kellnern (auch Amtsschösser oder Schaffner) erhoben. Die Verwaltung lag in den Händen des Schlüter (Rentmeister). In den Städten hat der Stadtrechner (Kämmerer) Steuern erhoben. Eingeführte Waren wurden zum Schutz der Kaufleute bei den Zöllnern am Stadttor versteuert. (Zöllner auch Aufschläger, Mautner, Mitter, Mötter genannt).

Als direkte Steuer war die Schatzung die wichtigste Einnahme. Nach ihr wurden die Vermögensverhältnisse der Zensiten (Steuerpflichtiger) festgelegt. Seit dem 18. Jahrhundert war der Haushaltsvorstand zur Zahlung verpflichtet. Abgaben zur Landesverteidigung, die so genannte Bede wurde dagegen bittweise erhoben. Der Zehnte war als Besitzwechselsteuer im Falle des Wegzuges aus der Herrschaft zu entrichten und betrug 10 % vom gesamten Vermögen. Die Stadt erhielt davon ein Drittel. Das Manumissionsgeld musste für die Entlassung aus der Leibeigenschaft gezahlt werden. Gewöhnlich erhielt die Stadtkasse 20 % des Betrages.

Das Marktstandgeld wurde zwischen Kommune und Landesherren geteilt. Der Marktbetrieb, besonders die Einhaltung von Mass und Gewicht, wurde durch den Eichmeister streng überwacht. Die Kassen der Herrscher und Städte wurden durch viele Abgaben gefüllt: Der Bürger hatte für die Benutzung der Backhäuser und Mühlen zu bezahlen, auch musste die städtische Waage benutzt und Wiegegeld entrichtet werden. Dazu kamen das Beerdigungsleutegeld, der Konsum von Wein wurde mit dem Ohmgeld belegt, sowie Gebühren für die Benutzung der Wege und Plätze. Auch wurden Steuern auf Fleisch, Korn, Öfen und Salz erhoben.

Der Bauer hatte zusätzlich Fronarbeiten zu leisten. Naturalabgaben waren dem Kellner in der Zehntscheune zu bringen, die Übergabe von Geld erfolgte an den Rentmeister.

Töpfer

Auch Auler, Aulenbäcker, Eulner, Gröpeler, Hafner, Kachler, Lehmer, Leimenmacher, Ofner, Ohlenmacher, Pötter, Potter, Pütjer, Ulenbecker, Ullner.

Ausgangsstoff des Töpfers ist Ton, der sich formen und trocknen lässt, und durch das Brennen im Feuer zu Keramik wird. Bereits 8000 Jahre vor Christus wurden Tonklumpen ausgehöhlt und in einer offenen Grube zu Gefäßen gebrannt. Etwa 3000 Jahre v. Chr. wurde im alten Ägypten die Töpferscheibe entwickelt. Nun konnte in einem Arbeitsgang aus dem Lehmklumpen ein Gefäß gezogen werden. Später brachte die Scheibe mit Fussantrieb einen großen Fortschritt.

Die Arbeit des Töpfers hat sich im Laufe der Jahrtausende nicht geändert. Zunächst muß der Ton von Steinen befreit werden. Dann erfolgt der Zusatz von Glimmer, Kalk und Quarz. Nach dem Einweichen formt der Töpfer aus dem Batzen kleine Würfe (Stücke) in der für das Werkstück benötigten Grösse. Diese werden mit feuchten Händen auf der Scheibe zentriert, und mit dem Daumen ein Loch in die Mitte gedrückt, welches mit der gesamten Hand ausgeweitet und der Tonkörper hochgezogen wird. Der Scherben (Werkstück) wird mit einer Holzschiene und einem nassen Filzlappen geglättet. Wenn nötig, werden die Wandungen mit einer Klinge verjüngt. Abhängigig von der Fähigkeit zur Wasseraufnahme wird zwischen porösem Steingut und Steinzeug unterschieden, das gesintert in der Lage ist, Wasser zu halten. Steingut wird bei 900 bis 1000 Grad Celsius, Steinzeug bei über 1200 Grad Celsius gebrannt. Dem ersten Brand folgt das Glasieren.

Zu den Produkten des Töpfers gehörten Kannen, Krüge, Teller, Töpfe und Schüsseln, auch Kacheln und Öfen. Das Handwerk ging seit 1850 stark zurück, als die Verbilligung der Herstellung durch Manufakturen und Importe einsetzten.

Tuchscherer

Auch Schorren, Truckenscherer, Tuchbereiter, Tucher, Wandbereder .

Bereits im 13. Jahrhundert bestand das Handwerk der Tuchscherer in Städten wie Köln, Regensburg und Strassburg. Tuchscherer haben häufig mit den Schneidern eine Zunft gebildet, da sie oft für diese tätig waren. Auch war der Tuchscherenschleifer eng mit den Tuchern verbunden, obwohl er sein Handwerk im Wandern ausübte.

Die Lehrzeit betrug bis zum 14. Jahrhundert ein Jahr, wurde im 15. Jahrhundert auf 2 Jahre verdoppelt, und dauerte im 18. Jarhundert 4 Jahre. In Hamburg betrug das Mindestalter 1547 wegen der schweren Arbeit 18 Jahre. Nach der Lehre wurde eine Wanderschaft von 2 Jahren mit anschliessender Gesellenprobe verlangt. Das Meisterrecht war mit dem Erwerb des Steinrechts verbunden, es musste ein Beitrag für den gemeinsamen Schleifstein geleistet werden.

Der Tuschscherer bezog sein Ausgangsmaterial vom Weber. Tuche wurden dann feucht in einen Rahmen gespannt. Nach dem Trocknen wurde mit dem Distelkarden aufgerauht (im 18. Jahrhundert kamen hierfür Rauhmaschinen in Gebrauch), und dann mit einer Spezialschere geschoren. Dies musste je nach Güte mehrfach wiederholt werden. Danach erfolgte das Bürsten (seit dem 18. Jahrhundert durch Frisiermühlen), und im 19. Jahrhundert ersetzte die Schermaschine die Tuchschere.

Wegen der schweren Arbeit und nötigen Konzentration wurde den Tuchscherern zum Beispiel in Aachen de clocke gewährt (7 Minuten Pause stündlich).

Seit dem 16. Jahrhundert bezogen die Tuchbereiter neben dem Scheren nun auch das Pressen und Färben in die Fertigung ein, was den Tuchscherern versagt blieb. Das führte dazu, das Tuchscherer grobe Ware für Gewänder lieferten, und Tuchbereiter feine und bessere Tuche an Kaufleute abgeben durften.Durch die Industrie verlor das Handwerk im 19. Jahrhundert an Bedeutung. Die Leipziger Innung wurde im Zentrum der mitteleuropäischen Tuchschererei schon 1875 aufgelöst …

Gott kann nicht geschaut werden,
sondern wird durch die Schöpfung erkannt.

Hildegard von Bingen (1098 - 1179)

Naturwissenschaftlerin